Aktuelle Projekte im µCT-Labor

Da unser Labor eng in der Zusammenarbeit mit vielen Wissenschaftlern aus dem Museum für Naturkunde Berlin steht, haben wir das Glück an den unterschiedlichsten Projekten teilhaben zu dürfen. Ein paar Langzeitprojekte möchte ich euch auf dieser Seite vorstellen und gern dürft ihr mir hierzu Fragen oder Anregungen schicken!

Türschilder


Eines unserer Hauptthemen, welches immer und immer und immer wieder Auftritt ist natürlich die Analyse der Morphologie der knöchernen Strukturen diverser Tiergruppen. Mein eigener Fokus liegt dabei zum einen auf die Entwicklung und Darstellung von Miniaturisierten Schlangenformen, wie es zum Beispiel in der Gattung Eirenis vorkommt. Durch die zerstörungsfreie Methodik der CT-Technik ist es nun auch möglich die Anatomie nicht nur bei einigen wenigen Tieren, sondern bei einer statistisch gesicherten Menge an Individuen durchzuführen, was ich während meiner Masterarbeit mit dem Titel „Analyse cranialer Wachstumsmerkmale und –trajektorien innerhalb der Gattung Eirenis (Squamata, Serpentes, Colubridae) im Vergleich mit nahe verwandten Taxa anhand von Röntgen-mikro-Computertomografie-Scans“ auch getan habe. Dieser sehr lange Titel beinhaltet eigentlich alles, was man zur Anwendung des µCT’s bei ontogenetischen Analysen wissen muss: Alles ist möglich!

dorsalansicht     Haupt

Zum Beispiel kann man, wie oben zu sehen, auf dem Schädel einzelne Landmarks setzen und diese mittels verschiedener Programme Analysieren. So erhält man ein Abbild davon, wie sich einzelne Arten während ihre Entwicklung von Juvenil zu Adult verändern und wie sich die Adulten Tiere verschiedener Arten nachher unterscheiden.

Auf der Anderen Seite kann man diese Technik auch zur Erstellung von Formmodellen verwenden. In Zusammenarbeit mit dem Zuse-Institut Berlin haben wir uns einem bestimmten Knochen gewidmet und ein Formmodell von diesem erstellt. Ziel dieser Arbeit ist es mittels dieser Modelle eine relativ Automatische Segmentierung von Schlangenschädeln zu entwickeln, aber auch die Formmodelle zu nutzen um einzelne Knochen verschiedener Schlangentaxa zu analysieren. Wir stehen bei dieser Arbeit noch am Anfang, sind aber höchst motiviert die Segmentierung von knöchernen Strukturen zu vereinfachen!

für weiter Informationen zu diesem Projekt, schreibt mich einfach an oder klickt hier: http://www.zib.de/projects/morphometric-analysis-para-basisphenoid-complex-snake-genus-eirenis .

   2 crysemys sp   Bitis arietans   21 Odontobatrachus natator


Neben der Darstellung von harten Knochen- und Knorpelstrukturen im CT-Scan hat sich unser Labor auch mit der Visualisierung von Weichgeweben beschäftigt. Dies ist ein neuer Zweig der CT-Technik, der immer mehr in den Fokus der Wissenschaftler rückt und eine sehr breit gefächerte Anwendung ermöglicht. Denn so ziemlich jedes Tierchen kann durch die verschiedenen Prozesse der Iodierung angefärbt und im Scan komplett dargestellt werden. Die häufigsten Anwendungsgebiete umfassen in unserem Labor:

Rezente Reptilien oder Säugetierembryonen

VB_Ebenenschnitt_C_kraussi_ZMB79365_31_01_13_IKI_ohne_Fix   Meroles_Welle_2

Krebstiere und deren Geschlechtsmerkmale

Scholtz Schlangenkrebs   Scholtz Schlangenkrebs 1   Medorippe lavata 3

Oder sogar Insekten und deren Nervenbahnen, Muskelfasern oder auch Geschlechtsapperataufbau

Apoi_sphe_chalybion_californicum_MW004_obsROI 7   Apoi_sphe_chalybion_californicum_MW004_obsROI 3

Wie ihr sehen könnt ist dieses Feld wirklich breit gefächert, doch wir sind noch lange nicht am Ende unserer Möglichkeiten! Derzeit haben wir einige längerfristige Projekte mit spezifischen Färbemethoden im Versuch, die hoffentlich in der nächsten Zeit zu deutlichen Abbildungen einzelner kleiner Strukturen führen werden!

A filiformis gold 1   filiformis gold 2   A filiformis Körper Gold 5


Da sich unser Standort in einem Naturkundemuseum befindet haben wir natürlich auch mit diversen Fossilien zu tun, deren im Stein versteckten Schönheiten wir auf den Grund gehen wollen. Fossilien sind meist eine kleine Herausforderung, weil man nie genau weiß aus welchem Material sich das Gestein genau zusammensetzt, welche unerwarteten Metallreservoirs man noch findet oder ob nicht doch alles gaaaaanz anders ist wie am Anfang vermutet.

Da das Scannen von Fossilien zwar zu meinen Aufgaben, aber nicht unbedingt zu meinem Steckenpferd gehört möchte ich hier nur ein paar kleine, meiner Meinung nach sehr hübsche, Projekte abbilden. Solltet ihr Fragen oder Ideen für neue Projekte haben, dann schreibt mich gerne an und wir diskutieren das aus ^_^  . . . mikroctlabor(at)mfn-berlin.de !

29 Underside_yellowbubbles   Fragaria   Ampelopsis malvaeformis MB-Pb-2006-0198 2