Bau des alten Schildkrötenbeckens

 

 

Wie man auf dem Bild erkennen kann befindet sich mein Schildkrötenaquarium in einem Küchentresen, da ich eine offene Küche zum Wohnzimmer habe. Und wie man sich so ein Meisterwerk zusammenbaut erfahrt ihr hier:

 

Zu allererst sei gesagt, dass man viel Ausdauer und Zeit investieren muss! Der Tresenbau hat ca eine Woche gedauert, der Umbau auf das Größere Becken dann noch einmal 3 Tage. Doch dazu später mehr.

Zu Beginn waren viele Ideen da, wie man den Tresen gestalten sollte. Da man an das Aquarium noch von oben heranreichen muss haben wir uns für die Methode entschieden bei der man die komplette Abdeckplatte nach oben klappen kann. Mit einem Stab wie bei der Automotorhaube wird die Tresenplatte dann während der Arbeit am Aquarium oben gehalten.

Da man aber nicht täglich zum füttern den Tresen abräumen möchte, haben wir auf der Küchenseite Türen angebracht durch die man bequem von hinten an das Aquarium heran kommt.

 

Grundsätzlich bauten wir zu erst das Grundgerüst des Tresens und verankerten dieses im küchenteil der Wand.

 

Dann klebten und nagelten wir die Seitenwände des Tresens fest und hängten die Türen ein. Auf dem Grundgerüst befestigten wir die Scharniere für die Abdeckplatte. So das es am Ende dieses Bild ergab:

 

 

Da das Aquarium mittig der Höhe des Tresens stehen sollte und um Stauwasser unter dem Aquarium zu vermeiden bauten wir ein Podest aus Holz auf dem das Becken steht:

 

Dabei musste darauf geachtet werden, dass das Podest natürlich gerade ist, da durch Unebenheiten auf der Platte Spannungen im Aquarienglas entstehen, die zum Springen des Beckens führen können. Am Besten man legt, wie wir, noch eine Schaumstoffmatte unter das Becken. Diese Matten bekommt man in jedem sortierten Baumarkt und wenn man nicht unbedingt die aus dem Zoofachmarkt nimmt, sondern die Dämmmatten mit der richtigen Stärke und Dichte, dann sind sie auch nicht so teuer.

 

Bevor man nun das Becken einsetzt muss man sich Gedanken um den Rest des Tresens machen. Wir wollten noch zusätzlichen Stauraum für die Küche und haben uns deshalb entschieden Einlegeböden einzubauen. Die Halterungen dafür kann man bei unserer Bauweise sehr gut an den Stützpfeilern des Tresens festmachen.

 

 

Nun ist der Tresen auch fast fertig: Einlegeböden zuschneiden und einlegen, Podest des Aquariums einsetzten und gegebenenfalls anpassen und Schaumgummi oben auf das Podest. Und schon kann das Becken seinen Platz finden.

Wir haben das Becken zum ersten mal in mediteraner Art eingerichtet. Dafür mussten wir das Plateau zusammenkleben. Weil wir ein bischen Angst hatten, dass es unter Wasser umkippen könnte. Dann haben wir nur wenige Pflanzen eingesetzt und Guppies als Vergesellschaftung verwendet. Da unsere Schildkröten noch sehr jung waren konnte noch nicht unterschieden werden welches Geschlecht sie haben. Auf das Plateau haben wir daher einen Landteil aus einer Plastikschale und einem Korkteil gebastelt. Denn weibliche Schildkröten brauchen einen Landteil zur Eiablage.

Als Lichtquelle dienen uns zwei Leuchtstoffröhren. Die eine spendet Terrarien-UV-Licht und die andere ist eine Pflanzen-UV-Lampe. Als Wärmequelle dient eine 75 W Terrarien-Tageslichtlampe. Diese Lichtaktivität reicht vollkommen aus, da die Lampe an der Unterseite der Abdeckplatte des Tresens angebracht ist und dadurch ein Abstand von 20 cm zwischen Lampe und Aufwärmplatz besteht.


Ein halbes Jahr später haben wir uns ein noch größeres Aquarienbecken gekauft, damit die Schildkröten noch mehr Platz haben. Nun war auch die Zeit gekommen bei der sich herausstellte, dass beide männlich sind und daher konnte in unserer neuen Beckenplanung ein Landteil vernachlässigt werden.

Um das Becken zu erneuern haben wir die Front wieder abgenommen und das alte Becken vollständig entleert.

 

Dann musste das alte Becken raus und wir haben es wieder auf den dazugehörigen Aquarienunterschrank gestellt. Da das neue Becken wie erwähnt größer ist als das alte musste das Podest erweitert werden….

Somit musste eine größere Schaumstoffmatte gekauft werden. Da wir das Becken vollkommen neu gestalten wollten haben wir noch etwas mehr Geld ausgegeben und 3 Holzwurzeln gekauft (Beim Kauf unbedingt auf Aquarientauglichkeit achten!!! Manche Baumärkte nehmen es mit der Sortierung zwischen Aquarien- und Terrarienwurzeln nicht so ernst!) Vor dem einsetzen der Wurzeln müssen diese unbedingt gewässert werden. Denn sie sind ja ausgetrocknet, wenn man sie ins Haus holt und würden daher immer oben schwimmen. Auch werden ölige Rückstände oder Harze noch aus der Wurzel herausgespült:

Man kann die Wurzeln auch selber herstellen. Dazu sucht man sich am besten Wurzeln von Hartgehölzen, da diese weniger Schimmelanfällig sind. Dann werden diese lange getrocknet, bis sich die Rinde mit einem Schraubenzieher oder ähnliches leicht lösen lässt. Nun die Rinde komplett abnehmen und die Wurzeln in einem Eimer oder ähnlichem gefüllt mit schwarzem Tee einlegen. Nun den Tee richtig durchziehen lassen und die Wurzeln danach wieder trocknen lassen. Nun die Wurzeln wieder normal wässern und dann lassen sie sich einsetzen. Ich selber habe diese Prozedur allerdings nicht ausprobiert, sondern nur von ihr gehört.

Da wir mit dem groben Kies gute Erfahrungen gesammelt haben, da er sich leichter reinigen lässt und unsere Schildkröten auch mal buddeln können, wollten wir ihn ins neue Becken mit überführen. Da die Pflanzen aber in groben Kies nicht so gut wachsen haben wir uns entschlossen unter den groben Kies ein Bett aus feinen Kies anzulegen.

Nun setzt man die Schmuckstücke ein. In unserem Falle sind dies die Wurzeln.

Damit die Wurzeln nicht auseinander Fallen haben wir die Schnittstellen mit Javamoos besetzt und dieses mit dünnem Garn festgebunden. Das Garn unterstützt das Halten der Wurzeln aneinander und verhindert das Abschwimmen des Mooses. Nach mehreren Monaten kann das Garn dann entfernt werden, weil das Moos festgewachsen ist. Zur Zeit überwuchert das Javamoos die Schnittstelle vollständig und die Wurzeln sind sogar am Stück herausnehmbar.

Die Brücke zwischen den beiden ‚Wandwurzeln‘ dient den Schildkröten momentan als Sonnenbank.

Nun befindet man sich schon auf der Zielgeraden….. man muss nur noch das Becken mit Wasser auffüllen und die Pflanzen einsetzen. Überall liest man, dass man ca eine Woche warten soll, bevor man die Fische wieder in das Becken setzen kann, weil das Leitungswasser im Becken erst zu ‚Fischwasser‘ werden muss. Dies ist sicherlich die sichere Variante, aber da unsere Pumpe gut eingelaufen war (Wir haben die Pumpe nicht gesäubert, dadurch überlebten die ‚Reinigungsbakterien‘ in der Pumpe) haben wir das Becken nur eine Stunde stehen lassen. Dann setzten wir die Fische wieder ein. Zum Schluss durften die Schildkröten ihr neues Heim begutachten.

Wir haben als Zier um die Öffnung der Frontplatte silberne Winkelleisten geklebt. So hat das Aquarium einen Anschein von einem bewegten Bild.