Graptemys nigrinoda nigrinoda

Das sind unsere beiden Graptemys nigrinoda nigrinoda (Schwarzknopfhöckerschildkröten) Fara (guckt Frontal in die Kamera, ein krummer Höcker) und Vodan (hier links, alle Höcker gerade).

Graptemysmännchen werden bis zu 12 cm und Weibchen bis zu 16 cm groß. Damit gehören sie zu den kleineren Graptemysarten.

Sie leben in Amerika in den Alabama- und Mississippiflusssystemen. Damit sind sie Flussbewohner und benötigen sehr sauberes Wasser. Zu diesem Zweck haben wir eine Eheim Professional eingesetzt, die für ein 600 l Becken ausgelegt ist und daher sehr gut funktioniert, weil unser Becken ja nur 200 l Wasser fasst.

Die Schildkröten brauchen bei der Aquarienhaltung einen Sommer/Winterwechsel, wie auch in ihrer natülichen Umgebung. Im Sommer haben wir eine Wassertemperatur zwischen 26-28°C und senken die Temperatur im Winter auf ca 17 -18°C ab. Der Wärmespot auf dem Wärmeplatz sollte Punktuell eine Temperatur von bis zu 45°C schaffen. Man braucht sich keine Sorgen um die Schildies zu machen, denn sie wärmen sich in dem Strahler auf und springen von allein wieder ins Wasser wenn es ihnen zu warm wird.

Gefüttert werden die Beiden mit ‚carnivor professional‘ von sera reptil und Energil von JBL. Das eine ist ein Vollfuttermittel und Energil besteht aus getrockneten Garnelen und Fischen.

Für die Fische im Becken gibt es normales Hauptfutter von sera.

Da meine beiden Schildies noch klein sind führen sie noch keinen Winterschlaf durch. Bei kleinen Schildkröten erzwingt man auch noch keinen Winterschlaf, da es vorkommen kann, dass die kleinen Schildkröten dabei sterben. Für größere Schildies ist Winterschlaf wichtig, da er die Fortpflanzungsverhalten antreibt, allerdings sollte man gut überlegen, ob man das wirklich möchte…. ich mache auch jetzt noch keinen Winterschlaf mit den beiden (sind ca. 6 Jahre alt), da es sich um zwei Männchen handelt. Durch den Winterschlaf kann es dazu kommen, dass sie sich nachher gegenseitig bekriegen und versuchen ihr Territorium zu verteidigen… das möchte ich eher weniger, da es zu starken Verletzungen führen kann. Ich verzichte daher auf den Winterschlaf, habe aber trotzdem zwei Sonnenplätze und viele Versteckmöglichkeiten im Becken, damit sie sich aus dem Weg gehen können!

Auf vielen Internetseiten ist zu lesen, dass man keine echten Pflanzen und keine Fische in das Becken setzen soll, weil die Schieldkröten angeblich alles fressen oder zumindest anknabbern würden. Ich kann das im Allgemeinen nicht bestätigen. Wenn man nicht gerade eine ‚leckere‘ Pflanze ins Becken setzt, fressen die Schildkröten die Pflanzen nicht. Man sollte sich einfach ausprobieren. Ist von einer Pflanze nur noch der Stengel übrig scheint sie lecker gewesen zu sein und man weiß, die braucht man nicht wieder einsetzen. Aber an Hand der Fotos im Aquarienbauartikel kann ich euch zeigen, dass die Schildkröten nicht alle Pflanzen fressen. Bei manchen sind auch nur die Wurzeln sehr anziehend, weshalb diese ausgebuddelt werden, was natürlich der Pflanze auch nicht gut tut. Aber grundsätzlich gehen Graptemys nigrinoda nigrinoda nicht wie ein Mähdräscher durch das Becken! Ich bin auch dafür etwas mehr Geld in die Pflege der Tiere zu investieren und mal ehrlich: wenn sie so großen Spaß daran haben Wasserlinsen zu fischen und Wassergras auszubuddeln, dann gönne ich ihnen hin und wieder den Spaß, kaufe für 10€ im Baumarkt die Pflanzen aus dem Angebot (die sind meist nicht schön, daher will sie keiner haben, zum ausbuddeln super geeignet!) und erfreue mich am zugucken, wenn die beiden ihren Spaß haben…

Auch die Vergesellschaftung mit Fischen wird oft als ‚unsinnig‘ abgetan. Ich kann auch das nicht bestätigen. Wir halten Guppies, Panzerwelse, Ohrgitterharnischwelse, Blauantennenwelse, Maoni-Buntbarsch und Spitzschnecken. Am Anfang hatten wir gehofft, dass die Schildies die Jungtiere der Guppies fressen oder die Spitzschnecken reduzieren würden. Doch das tun sie nicht. Die Juntiere der Guppies geb ich nun schon zu Haufen in meinem Aquariengeschäft wieder ab und die Spitzschnecken sammel ich beim Beckenreinigen mit dem Netz raus. In der Zwischenzeit sind ein paar Neonfische dazugekommen… ok, die Anzahl der kleinen wird regelmäßig dezimiert. Aber auch hier stehe ich wie zu den Pflanzen: wenn sie Spaß daran haben und etwas Beschäftigung kaufe ich auch hier gern für 95cent ab und zu einen Schwung nach ^_^…

Setzt man allerdings Blasenschnecken ins Becken der Schildies überleben die nicht lange. Ich hab einmal 8 Stück hineingesetzt, die hab ich dann nie wieder gesehen….

Fürs Schneckenfressen sind Graptemys mit ihrer Schnauzenform angepasst und fressen auch in der Natur Schnecken…  warum sie dann allerdings nicht an die Spitzschnecken gehen bleibt mir ein Rätsel…

Die obrigen Bilder sind alle schon etwas älter und noch im alten Becken entstanden, dessen Bau ihr auf der nächsten Seite nachvollziehen könnt.

Durch einen Wohnungswechsel waren wir jedoch gezwungen den Tresen zurückzulassen, konnten den Schildies dadurch aber ein noch größeres Becken bieten. Auch wissen wir heute, dass sowohl Fara als auch Vodan ein Männchen sind. Daher mussten wir einen weiteren Sonnenplatz einbauen, konnten den sandigen Landteil aber reduzieren, weshalb eine größere, lichtdurchflutene Schwimmfläche entstanden ist:

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